Reinigungsfirma wechseln – so gelingt es ohne Lücke

Von Antonio Murcia, gelernter Gebäudereiniger · Stand: November 2026

Kurz gesagt: Ein Wechsel der Reinigungsfirma ist weniger aufwendig, als viele denken. Wichtig sind drei Dinge: rechtzeitig anfangen, die gewünschte Leistung klar beschreiben und die Übergabe sauber planen.

Typische Gründe für einen Wechsel

  • Ständig neue Reinigungskräfte, niemand kennt das Objekt
  • Mängel kommen immer wieder, Reklamationen bleiben ohne Wirkung
  • Unklar, wann und wie lange wirklich gereinigt wurde
  • Kein fester Ansprechpartner, Rückrufe dauern Tage

1. Vertrag prüfen

Schauen Sie in Ihren bestehenden Vertrag: Wie lange läuft er, welche Kündigungsfrist gilt und in welcher Form muss gekündigt werden? Maßgeblich ist, was dort vereinbart ist. Notieren Sie sich das letzte mögliche Kündigungsdatum – daran richtet sich der ganze Zeitplan.

2. Mängel dokumentieren

Halten Sie fest, was nicht funktioniert hat – mit Datum und gern mit Foto. Das hilft Ihnen im Gespräch mit dem bisherigen Dienstleister und zeigt dem neuen genau, worauf es Ihnen ankommt.

3. Leistungsverzeichnis erstellen

Das Leistungsverzeichnis ist die wichtigste Grundlage für faire Angebote. Es beschreibt:

  • alle Bereiche mit ungefährer Fläche und Bodenbelag
  • die Leistungen je Bereich, z. B. Böden, Sanitär, Küchen, Papierkörbe, Oberflächen
  • wie oft gereinigt wird – nicht jeder Bereich braucht dieselbe Häufigkeit
  • zu welchen Zeiten gereinigt werden soll
  • Sonderleistungen wie Glas-, Grund- oder Teppichreinigung
  • Zugang: Schlüssel, Codes, Alarmanlage, Ansprechpartner vor Ort

Sie haben kein Leistungsverzeichnis? Eine gute Reinigungsfirma erstellt es bei der Besichtigung gemeinsam mit Ihnen.

4. Angebote einholen und richtig vergleichen

Holen Sie zwei bis drei Angebote auf Basis desselben Leistungsverzeichnisses ein. Achten Sie dabei nicht nur auf den Preis:

  • Besichtigung: Wer ohne Besichtigung einen Festpreis nennt, kalkuliert ins Blaue.
  • Stunden: Wie viele Stunden pro Woche sind für Ihr Objekt eingeplant?
  • Feste Teams und Vertretung: Wer reinigt bei Urlaub oder Krankheit?
  • Nachweise: Können Sie sehen, wann und wie lange gereinigt wurde?
  • Ansprechpartner: Wen erreichen Sie bei einer Reklamation – und wie schnell?

Mehr dazu, wie Preise zustande kommen, lesen Sie im Ratgeber Was kostet Gebäudereinigung?

5. Übergabe planen

  • Stichtag festlegen, an dem der neue Dienstleister startet – ohne Lücke zum Vertragsende
  • Schlüssel, Codes und Zugänge geordnet übergeben und quittieren lassen
  • Einweisung vor Ort: Besonderheiten, sensible Bereiche, Ansprechpartner
  • Bei stark verschmutzten Flächen: zum Start eine Grundreinigung einplanen, damit die laufende Reinigung auf einem sauberen Stand beginnt

6. Die ersten Wochen begleiten

Gehen Sie in den ersten Wochen gemeinsam mit dem neuen Dienstleister durch das Objekt und geben Sie direkt Rückmeldung. So spielt sich die Reinigung schnell ein – und kleine Punkte werden gar nicht erst zum Ärgernis.

Häufige Fragen

Wann ist der richtige Zeitpunkt, die Reinigungsfirma zu wechseln?

Wenn Mängel trotz Reklamation immer wieder auftreten, ständig andere Reinigungskräfte kommen oder nicht nachvollziehbar ist, was gereinigt wurde. Planen Sie den Wechsel rechtzeitig vor Ende der Kündigungsfrist, die in Ihrem Vertrag steht.

Was gehört in ein Leistungsverzeichnis?

Alle Räume bzw. Bereiche mit Fläche und Bodenbelag, die Leistungen je Bereich (z. B. Böden wischen, Sanitär reinigen, Papierkörbe leeren), die Häufigkeit, die gewünschten Reinigungszeiten und Sonderleistungen wie Glas- oder Grundreinigung.

Wie lange dauert ein Wechsel?

Mit Besichtigung, Angebot und Übergabe meist wenige Wochen. Entscheidend ist, rechtzeitig vor dem Vertragsende anzufangen, damit es keine Lücke gibt.

Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung.

Weiterlesen: Was kostet Gebäudereinigung?